Ein vampirisch gutes Theatervergnügen bereitete die English Drama Group ihrem gruselwilligen Publikum zwei Wochen nach den Sommerferien. Die Rahmenhandlung des klassischen Dracula-Romans spielt zwar im 19. Jahrhundert, zahlreiche Anspielungen auf tagespolitische Ereignisse brachten die Zuschauerinnen und Zuschauer jedoch zum Schmunzeln.Dracula selbst ist in dieser Inszenierung kein angestaubter, faltiger Vampir, sondern ein sportlich-dynamischer Frauenverführer, der um Tipps für eine zarte Haut (die Sonne meiden!) nicht verlegen scheint. Geschickt becirct er die naive Mina, die sein „Dinner to go“ wird, während es der transsilvanische Graf eigentlich auf ihre wagemutige Schwester Lucy abgesehen hat. Diese ist, zu Draculas Unglück, mit dem sympathischen, aber zaghaft-zaudernden Immobilienmakler Jonathan verlobt.
Die Ereignisse auf der Bühne überschlagen sich, als Mina zwar lebendig, aber völlig apathisch aufgefunden wird. Zum Glück für alle lebenden Einwohner der Stadt nimmt Dr. Van Helsing die Anreise aus Deutschland auf sich, um Lucys Schwester zu helfen. Der deutsche Arzt entpuppt sich allerdings als Frau, was Minas und Lucys Vater Dr. Westfield zunächst äußerst irritiert, später aber durchaus begeistert. Es dauert einige Zeit, bis Dracula als wahrer Verursacher aller mysteriösen Ereignisse identifiziert wird. Um dem dämonischen Spuk ein Ende zu bereiten, überwindet Jonathan seine Angst und schließt sich Lucy, ihrem Vater und Jean Van Helsing an, um dem Vampir das Handwerk zu legen. Alle Versuche, den smarten Blutsauger zu überwältigen, scheitern, bis dieser Jonathan verrät, dass seine Schecks nicht gedeckt seien. Jonathan, der Dracula diverse Immobilien verkauft hatte, steht plötzlich ohne Maklerprovision da! Empört über den Betrug greift Lucys Verlobter beherzt zum Holzpflock und besiegt den vermeintlich unsterblichen Vampir.
Um solch ein Theaterstück im laufenden Schulalltag auf die Bühne bringen zu können, ist von allen Beteiligten ein wahrer Kraftakt vonnöten. Dank gebührt daher der English Drama Group unter der Leitung von Fr. Gerbetz, der Masken-AG unter der Leitung von Fr. Landwehr und mit der Unterstützung von Frau Dittrich, der unermüdlichen Technik-AG unter der Leitung von Hr. Priesterroth, Fr. Johann für das Bühnenbild und Yuna-Sophie Kim für die Live-Musik am Klavier.
Einen Artikel zum Stück, der am 20. August in „Die Rheinpfalz“ erschienen ist, finden sie unter https://www.rheinpfalz.de/lokal/kreis-germersheim_artikel,-sportlich-schr%C3%A4g-dracula-theater-am-europa-gymnasium-_arid,5921177.html