Ach, die Liebe: Kompliziert war sie zu Zeiten von William Shakespeare schon, kompliziert ist sie auch heute noch. Und so passen die Werke des englischen Dramatikers auch gut in die aktuelle Zeit, wenn man sie da und dort etwas anpasst. Und genau das haben die Schüler der "English Dramagroup" des Europa-Gymnasium Wörth (EGW) getan.

Anfang April hat die Theatergruppe des EGW "Midsummer Night's Dream 2.0" aufgeführt, also quasi einen modernen "Sommernachtstraum", angereichert mit diversen Ideen aus weiteren Werken Shakespeares. Einen englischen Text zu lernen und diesen auf die Bühne zu bringen sei "schon etwas anderes", verrät Lisa Zitt, die auch schon in der deutschsprachigen Theater-AG mitgespielt hat. Aber sie mag die englische Sprache und schaut auch Serien oft in der Original-Sprachfassung. Wichtig, so erklärt Sunny Pfirrmann, sei vor allem, zu wissen was man sagen möchte. Wenn dann mal ein Text nicht hundertprozentig nach Drehbuch ist, fällt dies nicht auf. Schon gar nicht, wenn der 16-Jährige das Publikum mit seiner Mimik begeistert. Zum Lernen des Textes haben die Darsteller so ganz verschiedene Wege. Selina Merx nimmt sich selbst auf und hört es dann ab. Bei anderen müssen Geschwister herhalten. "Bei uns spielen Schüler von der 6. bis zur 13. Klasse", freut sich Projektleiterin und Englischlehrerin Christine Gerbetz. Gerade die ganz jungen Schüler haben noch wenig Erfahrung mit der Sprache und natürlich auch noch nicht viel von Shakespeare gehört. Für die Theater-AG hat Selina Merx extra noch ein paar Wochen drangehängt, um bei den Aufführungen mitzuwirken. Eigentlich hat sie ihr Abi schon in der Tasche. Das Miteinander im Team sei einfach großartig, freut sich Victoria Boltz.

Auch die Kostüme wurden teils von Schülern genäht. Und das "Drumherum" ist ebenfalls fest in Schülerhand - von der Masken-AG über die Kasse bis zum Getränkeverkauf. Der schönste Moment? Nach all den Proben dann vor Publikum auf der Bühne zu stehen und merken, dass es funktioniert, erklärt Sebastian Strauch. Bei drei öffentlichen Aufführungen wurde die Geschichte zweier TV-Bekanntheiten auf die Bühne gebracht, die Schülern erklären, wie sie ein Paar geworden sind. Dass Mia (gespielt von Jülide Aykut) den coolen Lyle (Sunny Pfirrmann) heiraten möchte, findet ihre Mutter gar nicht gut und verbietet es ihr aufgrund ihrer angeblichen Minderjährigkeit. Außerdem gibt es ja noch Exfreund Denis (Sebastian Strauch), der Mia gerne zurückerobern möchte. Für ihn schwärmt wiederum Helene (Victoria Boltz). Eine Hochzeit ist zumindest fest eingeplant: Gouverneur Athens (Karsten Schmitt) möchte seiner Verlobten (Saskia Gödelmann) das Ja-Wort geben. Als besonderes Festprogramm soll das Friseursaloon-Team "Hair and Gone" unter der Leitung von Patty Quince (herrlich klischeehaft gespielt von Julius Nagel) das Stück "Romeo und Julia" aufführen. Dummerweise wird ausgerechnet der Darsteller des Romeo (Lisa Zitt) von Elfen in einen Esel verwandelt. Darüber hinaus sorgen die Elfen mit ihrem Königspaar (Jabkob Ziegler und Selina Merx) mit magischen Liebestropfen für weiteres Chaos, das sich am Ende natürlich lichtet und zum "Happy End" führt. Immer wieder haben die Schüler in ihre Aufführung historisches Englisch aus Shakespeares Werken eingebaut. Dann aber auch wieder modernes Wortgut und Ideen. So ist eine Elfe Charlotte Beier) von einem iPhone begeistert. Und die Friseure sprechen in einer Szene nur durch das Zitieren von bekannten Songtiteln. Diese tollen pfiffigen Ideen sind es, die die tolle Darbietung der jungen Theaterspieler noch weiter auflockert und das Publikum immer wieder lachen lässt - aufgrund des nötigen sprachlichen Umdenkens auch mal mit Verzögerung.


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